Milchentwöhnung – Ohne Druck und Tränen

Milchentwöhnung - abstillen

Als meine Tochter ca. 11 Monate alt war, habe ich mich dazu entschieden abzustillen. Zum einen endete bald meine Elternzeit und zum anderen wollte ich so langsam aber sicher meinen Körper wieder für mich haben. Meine Tochter war aber aus meiner Sicht, entgegen der ärztlichen Einstellung, ein Kind bräuchte mit knapp einem Jahr nachts keine Nahrung mehr, noch lange nicht so weit.

Da sie mein erstes Kind ist und ich somit noch keine Erfahrung mit dem Thema hatte, habe ich mich deshalb von Ärzten und co. ganz schön verunsichern lassen. Schnell wurde mir aber klar: Das Bauchgefühl ist wie immer das Richtige! Denn hätte ich auf die Ärzte gehört, hätte ich mein Kind ein paar Nächte schreien lassen und danach hätte sie sich ganz sicher entwöhnt. Einfach eine Frage der Konsequenz, um eingeschlichene Gewohnheiten auszuschalten. Blödsinn sage ich! Jedes Kind ist anders und ich glaube, dass Eltern am besten einschätzen können, wann ein Kind soweit ist, den nächsten Entwicklungsschritt zu tun. Meine Tochter war definitiv noch nicht so weit, auf ihre geliebte Milch zu verzichten, da sie Phasenweise auch tagsüber viel stillen wollte und dann auch komplett auf feste Nahrung verzichtete. Sei es beim Zahnen, bei Entwicklungsschüben oder gar Krankheiten.

Somit kam für mich nur eine Methode in Frage: ich würde das Stillen auf Flaschennahrung umstellen. Da ich unterwegs nicht gerne gestillt habe, war sie schon an die Nuckelflasche Nuckelflasche gewöhnt. Die Herausforderung war nun vielmehr die, sie auch nachts damit vertraut zu machen. Ich habe ihr dann immer zuerst die Flasche ein paar mal angeboten. War der Protest zu groß, gab es die Brust. Irgendwann akzeptierte sie von alleine die Flasche und die Brust war kein Thema mehr.

Der Prozess hat ca. 2-3 Wochen in Anspruch genommen. Wenn sie die Brust sah, wollte sich allerdings immer noch trinken, weshalb ich sie eine Weile vor ihr versteckte. Nach dem Motto „aus den Augen aus dem Sinn“ hat sie dann irgendwann vergessen, dass es die Brust gibt bzw. welche Funktion ihr einst zugeschrieben war und ich hatte abgestillt, ganz ohne Stress und Tränen und noch dazu schonend für mich und meine Brust. Kein Milchstau o.ä.. Wunderbar!

Jetzt hatte ich also ein Flaschenkind. Natürlich stellte sich mir immer wieder die Frage, wie lange das wohl noch so gehen würde!?! 1-2 Flaschen pro Nacht waren Standard und je älter sie wurde, umso größer wurde auch die Milchmenge. Einen entscheidenen Nachteil lieferten die nächtlichen Flaschenaktionen: Durch die Trinkmenge von 250-500 ml musste ich nachts noch einmal wickeln und ich fragte mich, ob es das wirklich wert gewesen war, das Stillen aufgegeben zu haben… Ich habe es mir aber schnell einfach gemacht und eine Einweg-Wickelunterlage Einweg-Wickelunterlage ans Bett gelegt. So musste ich meine Tochter nicht aus dem Schlaf reißen und konnte relativ schnell und unkompliziert wickeln. Als ihr nächtliche Milchmenge aber immer weiter anstieg und das Geschrei groß wurde, wenn die Flasche leer war, wurde ich unsicher. Auch die Nahrungsaufnahme am Tag wurde nicht besser sondern eher schlechter. Ein Teufelskreis, denn sie schien sich nachts sämtliche Kalorien zu holen, die sie brauchte. Somit sah ich mich gezwungen etwas zu ändern und mit etwa 15 Monaten begann ich, die Milchmenge zu reduzieren.

Ich beschloss zunächst, die Nuckelflaschen durch Schnabeltassen Schnabeltassen zu ersetzen (für ihr Saugbedürfnis hatte sie mittlerweile nachts ohnehin einen Schnuller). Als wir bei einer Trinkmenge von 60 ml angekommen waren, fing ich an, die Milch zu verdünnen, immer mehr, bis wir bei warmen Wasser angekommen waren. Dieses ersetze ich als bald durch normal temperiertes Wasser und schon war klar: Wir waren milchfrei, komplett! Durch die langsame Umstellung hat sich meine Tochter auch tagsüber Schritt für Schritt in ihrer Nahrungsaufnahme gesteigert und somit ihre erforderlichen Kalorien zu sich genommen.

Fazit: Es geht auch ohne Druck und Tränen! Hört auf eurer Bauchgefühl und nehmt die Signale eures Kindes sensibel war, dann macht ihr alles richtig. Falls ihr euch aber der Illusion hingeben wollt, dass nach der nächtlichen Milchentwöhnung auch endlich durchgeschlafen wird… Vergesst es ganz schnell! Auch hier wird nach wie vor getröstet, gekuschelt und der Schnuller gesucht. Aber das ist ein anderes Thema! 😉

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