Förderung des Kindes: Schule, Förderung, Freiheit

Baby-Kind-Blog

Wenn Kinder in die Schule gehen, verändert sich der Alltag und ihr Kind steht vor neuen Hürden. Hobbys und Freunde beginnen wichtiger zu werden. Zu dem kommt ein unbekannter Faktor ins Haus – Lernen. Das kann für das eine Kind eine Leichtigkeit sein und fürs andere Kind eine große Herausforderung. Als Elternteil steht man in einer Kluft, wo setze ich die Prioritäten.

Empfohlen wird Folgendes: Einmal in der Woche musikalische/kreative Förderung, einmal in der Woche (mindestens) eine sportliche außerschulische Aktivität, treffen mit Freunden und dabei darf Schule nicht untergehen.

Das heißt, man muss eventuell Nachhilfe in Betracht ziehen oder sollte feste Lernzeiten einplanen. Ach ja und bei dem ganzen Trubel, darf die Zeit mit der Familie nicht verloren gehen, während womöglich beide Elternteile arbeiten. Es liegt auf der Hand, das schafft kaum eine Familie reibungslos. Zu mal die meisten Familien mehrere Kinder haben und jedes Kind gleichermaßen gefördert werden soll.

Wo die Prioritäten setzen? Im Grunde liegt das ganz bei ihnen und ihrem Kind. Um eine Meinung zu finden, schadet es nicht, die einzelnen Bereiche genauer zu betrachten.

Inhaltsverzeichnis:

Hobbies – Stressabbau und Entwicklung der Persönlichkeit des Kindes

mytoys box.gifHobbys sind wichtig, um Stress abzubauen, und sich in der eigenen Persönlichkeit zu entwickeln. Das heißt, ihr Kind beginnt eine eigene Persönlichkeit aufzubauen. Dies beginnt primär mit der Identifikation seiner Hobbies. Aus pädagogischer Sicht empfiehlt es sich, Hobbys mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu finden.

Zum Beispiel: Töpfern und Handball oder Tanzen und Gitarre lernen. Doch manchen Kindern sind zwei Hobbys zusätzlich zum Schuldruck zu viel. Es gibt Kinder, denen es schwerfällt ein Hobby zu finden oder sie mit den schulischen Anforderungen vollkommen ausgelastet sind. Das heißt, zwar gibt es eine Empfehlung, die durchaus sinnvoll ist, ob sie praktisch umsetzbar ist, hängt von ihnen und ihrem Kind ab. Fragen sie sich selbst, wie viel Zeit kann ich aufbringen und was wünscht sich mein Kind. Hier müssen sie vor allem auf ihr Kind hören. Es ist klar, dass sie für ihr Kind nur das Beste wollen, aber es besteht eine Gefahr zu ehrgeizig, zu werden. Es besteht eine Gefahr der Überförderung, die ihrem Kind eher schaden könnte.

Vielleicht kann sich ihr Kind nicht entscheiden oder es hat keine Idee, was es machen möchte. Dann dürfen sie gerne Ideen aussprechen. Hierbei lohnt es sich vieles auszuprobieren. Bei den meisten Gruppen und Vereinen darf man die ersten Male schnuppern. Diese Findungsphase kann mühsam sein, aber es lohnt sich. Ich selbst spreche aus Erfahrung. Mein Sohn hat vieles ausprobieren müssen. Wir waren beim Turnen, beim Trampolin springen, im Chor, Gitarrenunterricht, bei den Pfadfindern und schlussendlich hat er sich für das Schwimmen entschieden.

Der andere Fall, der eintreten könnte, ist ein übereifriges Kind. Ihr Kind könnte sich alles vorstellen und möchte am liebsten jeden Tag eine außerschulische Aktivität. Kochen, schwimmen, tanzen, Chor, Klavierunterricht, ein Instrument spielen Instrument spielen, und vieles mehr. Ihr Kind sprudelt vor Energie und Motivation. Hier muss man vorsichtig sein. Einerseits möchte man das Kind nicht enttäuschen, aber man sollte auch realistisch bleiben und überlegen, was schafft mein Kind, ohne es zu überfordern. Fragen sie ihr Kind, was es von all den Dingen am liebsten möchte. Es muss ja nicht sein Leben lang, bei diesen Hobbys bleiben. Ein Wechsel ist immer möglich. Kann sich ihr Kind nicht entscheiden, dann hilft wieder ein Ausprobieren.

Um besser einschätzen zu können, wie viel ihr Kind schafft, hilft ein langsames herantasten. Beginnen sie erst mit einem Kurs in der Woche. Wenn ihr Kind, mit Schule, Verabredungen und dem Kurs gut zurechtkommt, dann kann man noch eine zweite Beschäftigung in Betracht ziehen.
Sie merken, in diesem Bereich hilft, es der Intuition zu folgen und vor allem auf ihr Kind zu hören. Wieder kann ich von meinem Sohn berichten. Mein Mann und ich sind Musiker, unsere Tochter lernt Klavier, also war der Wunsch groß, dass er ebenfalls ein Instrument erlernt. Jedoch mag er es nicht, sich vor Leuten zu präsentieren. Zwar singt er gerne, aber nur für sich. So drängten wir ihn, aus einer falschen Motivation heraus. Schnell bemerkten wir, dass es der falsche Weg war und wir uns mehr nach ihm richten müssen. Jetzt geht er einmal die Woche, im Verein schwimmen und fühlt sich pudelwohl. Meine Tochter hingegen wollte am liebsten alles gleichzeitig beginnen. Sie fing mit Klavierunterricht an. Als dieser gut im Alltag integriert war, begann sie mit HipHop. Im Anschluss hat sie selbst gemerkt, dass ihre Woche mit beiden Kursen ausgefüllt ist und wollte nichts Zusätzliches mehr.

Schule – von der Einschulung zu noch größeren Herausforderungen

Die Schule nimmt einen großen Teil, in dem Leben ihres Kindes, ein. Auch sie werden sich an einen neuen Alltag gewöhnen müssen. In der Einschulungsphase sollten sie ihrem Kind zeitlassen, sich an die neue Welt zu gewöhnen. Allein vier Schulstunden ruhig sitzen und dem Lehrer zu hören, kann eine große Herausforderung sein. Wenn ihr Kind, im Kindergarten noch keine zusätzliche wöchentliche Aktivität hat, dann warten sie am besten das erste Halbjahr ab, bevor sie etwas Neues in ihren Alltag integrieren wollen. So haben alle Beteiligten Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen.

Ein weiterer Einschnitt ist der Wechsel von der zweiten zu dritten Klasse. Der Stoff zieht an, neue Fächer kommen dazu und es gibt (zumindest in den meisten Bundesländern), die ersten Noten. Beobachten sie, wie ihr Kind den neuen Anforderungen gewachsen ist. Fällt es ihm leicht? Sorgt es sich um Noten? Kommt es nicht hinterher? Was können sie beachten?

kidsroom box.jpgZunächst hilft es, in die Rolle des Beobachters zu schlüpfen. Ihr Kind wird schon zeigen, wenn es Unterstützung braucht. Anschließend können sie gezielt auf die Bedürfnisse ihres Kindes eingehen. Sorgt es sich um Noten, fragen sie sich, ob es begründet ist oder nicht. Es müssen nicht immer Einsen sein und gerade in der dritten Klasse entwickeln Kinder einen falschen Ehrgeiz. Sie kommen das erste Mal mit Noten in Berührung und müssen selbst lernen, diese richtig einzuschätzen. Hier können sie ihrem Kind Ruhe schenken und versuchen von ihrer Seite möglichst wenig Druck auszuüben. Ist die Sorge berechtigt, kann man über Nachhilfe nachdenken oder mit ihrem Kind gemeinsam lernen und versuchen die Defizite aufzuholen. Oftmals bieten die Schulen, Förderunterricht oder Hausaufgabenhilfen an. Suchen sie ein Gespräch mit dem oder der Lehrer/in und finden sie gemeinsam einen Weg. Auch hier ist der Wunsch ihres Kindes wichtig.
Der nächste große Sprung ist in die weiterführende Schule. Neue Lehrer, neue Klasse, neue Fächer. Das kann einen überwältigen. Hier kommt es oft zu einem Notenabfall, der sich wieder einpendeln kann. Daher warten sie lieber das erste Halbjahr ab und schauen sie, wie es im Zweiten läuft. Bei jeder schulischen Veränderung, sollte man nicht mit einer neuen außerschulischen Aktivität beginnen. So vermeiden sie eine Reizüberflutung ihres Kindes.

Schulische Förderung

Wie bereits erwähnt, kann es bei einem Notenabsturz hilfreich sein, ihrem Kind Nachhilfe zu geben. Beachten sie, dass dies eine weitere außerschulische Aktivität ist. Ich persönlich gebe selber Nachhilfe und empfehle, zu überlegen, ob der Zusatztermin nötig ist. Ich erlebe häufig übermüdete und gestresste Kinder bzw. Jugendliche. Schulen bieten oft selbst Angebote an, die ihr Kind wahrnehmen kann. Diese sind für das Kind meist angenehmer. Die beste Form der Nachhilfe sind klasseninterne Lerngruppen. Klassenkameraden, die sich gegenseitig unterstützen, fördern ein besseres Klassenklima. Außerdem fördert es die sozialen Kompetenzen und ist keine neue Atmosphäre, an die sich ihr Kind gewöhnen muss. Manchmal ist ein Notenabfall psychisch geleitet. Beobachten sie, ob es noch andere Gründe für den Notenabsturz geben könnte. Auch die Pubertät bringt hin und wieder einen Notenabsturz mit sich.

Soziale Kontakte

Nicht zu vergessen ist das Treffen mit Freunden. Kinder und Jugendliche lernen am meisten im Kontakt miteinander. Soziale Kompetenzen erlangen, ist das Wichtigste, was sie ihrem Kind mitgeben können. Ob im Privatleben oder später im Arbeitsalltag, ohne soziale Kompetenzen kommt man nicht weit. Wenn ihr Kind sich gerne mit anderen Kindern treffen möchte, dann versuchen sie es, ihrem Kind zu ermöglichen.

Natürlich lernt ihr Kind soziale Kompetenzen im Verein oder in Gruppen, aber das Knüpfen von Freundschaften ist auf einem ganz anderen Niveau. Hier lernt ihr Kind neue Formen von Beziehung und einem Miteinander. Empathie und neue Emotionen werden gefördert. Leider kommt dieser Teil häufig zu kurz, weil Hobbys und Schule Hobbys und Schule offensichtlicher sind. Versuchen sie, einen Einklang zu finden, der ihrem Kind gefällt. Wenn es dafür nur einmal die Woche eine außerschulische Aktivität gibt, dann ist es eben so. Wichtig ist, dass ihr Kind soziale Kontakte hat und ein eigenständiger Mensch werden kann.

Familienalltag und Familienglück

All diese Komponenten gilt es zu beachten. Das klingt erstmal überwältigend und kann einen vielleicht überfordern. Seien sie gewiss, dass sie nicht der oder die Einzige sind. Alle Eltern kämpfen mit dem Familienalltag. Das ist aber auch gut so, denn so bekommt ihr Kind bestimmt das Beste, was sie bieten können. Mehr braucht ihr Kind nicht. Sie müssen sich nicht mit anderen Familien vergleichen. Jede Familie muss ihren eigenen Rhythmus und ihre eigenen Schwerpunkte finden. Jedes einzelne Kind hat unterschiedliche Bedürfnisse, Talente und Wünsche. Wir als Eltern haben die Aufgabe, diese zu fördern, soweit wir es schaffen. Dabei müssen sie auch an sich selber denken. Es bringt nichts, wenn sie ihren eigenen Alltag nicht mehr wuppen können, nur weil sie ihre gesamte Zeit für ihr Kind opfern.

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Eine Familie funktioniert nur, wenn alle glücklich sind. Eine weitere neue Herausforderung bringt die Schule mit sich. Denn ab dem Grundschulalter werden sie als Elternteil immer uninteressanter. Sie sind nicht unwichtig, ein Kind braucht seine Eltern immer als Stütze. Sie sind immer noch der Boden, auf dem es steht, aber Freunde, Hobbys und Selbstfindung stehen nun ganz oben auf der Liste, ihres Kindes.

Seien sie sich bewusst, dass ihr Kind mehr Freiraum benötigt und auch mal Geheimnisse haben darf. Meine Tochter ist jetzt neun Jahre und sie möchte nicht mehr vom Papa oder Bruder nackt gesehen werden. Sie tuschelt mit ihren Freundinnen und führt ein Tagebuch ein Tagebuch. Sie grenzt sich ein wenig ab. Das ist als Mutter schwer hinzunehmen, aber Kinder werden älter und das müssen wir als Eltern akzeptieren. Doch es ist auch ein wunderbares Geschenk unsere Kinder gedeihen zu sehen und dürfen stolz sein, was aus ihnen wird.

Zuletzt bearbeitet: 14. April, 2020
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