Fahrradfahren lernen für Kinder

Fahrrad fahren lernen mit Fahrradhelm

Fahrrad fahren macht Spaß! Kannst du dich noch an deine ersten Versuche erinnern? Wenn man wackelig, aber unheimlich stolz, die Straße entlang gerollt ist. Im Hintergrund jubelten ein oder beide Elternteile, vielleicht auch die Geschwister? Dieses Erlebnis wirst du beim nächsten Mal selbst als Mama oder Papa erleben. Ist man nicht mehr Kind, entstehen Fragen, die man sich zuvor nie stellte. Ab wann, kann ich meinem Kind Fahrrad Fahrrad fahren beibringen? Was sollte ich beim Helmkauf bedenken? Welche Fahrradgröße passt zu meinem Kind? Auf diese Fragen möchte ich im folgenden Beitrag näher eingehen und versuchen zu beantworten.

Inhaltsverzeichnis:

Wann bringe ich meinem Kind fahrradfahren bei und wie alt muss es sein?

Das Alter ist absolut vom Kind abhängig. Es gibt da keine klare Altersspanne, wann ein Kind das Fahren eines Fahrrades erlernen sollte, bzw. muss. Orientiere dich daran, wann dein Kind Lust darauf hat. Außerdem ist es von Vorteil, wenn es bereits Roller, Dreirad und/oder Laufrad Laufrad fahren kann. Hält es bereits vermehrt das Gleichgewicht bei diesen Fahrgeräten, dann wird es beim Fahrradfahren ebenfalls gelingen oder zumindest leichter fallen. Bemühe dich, dein Kind nicht zu drängen, sondern lass es selbst auf die Idee kommen. Meistens schauen Kinder sich das voneinander ab und von da an, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es selbst fahren will. Zeigt dein Kind gar keine Motivation, kannst du versuchen, es zu motivieren. Es muss nicht zwangsläufig direkt bei Einschulung am ersten Schultag bereits Fahrrad fahren können. Spätestens in der 3. bis 4. Klasse der Grundschule, sollte dein Kind Fahrradfahren lernen. Das liegt schlicht und einfach an der Fahrradprüfung, die in einer der beiden Jahrgänge vollzogen wird (zumindest in den meisten Grundschulen).

Sollte dein/e Sohn/Tochter bereits im Kindergartenalter beginnen, überlege dir genau, an welchen Orten ihr gemeinsam übt und fahrt. Der Blickwinkel, wie auch das Richtungshören, ist im Kindergartenalter noch sehr eingeschränkt. Zusätzlich ist der Gleichgewichtssinn, im Normalfall, nicht vollständig entwickelt. Daher rät man häufig im Kindergartenalter noch zu Laufrädern. Das soll kein Verbot sein, aber wenn du selbst auf dem Fahrrad bist, muss dein Kind fähig sein, deinen Ansagen zu folgen, und muss selbstständig alles im Blick behalten. Du hältst dein Kind nicht mehr an der Hand, du kannst nicht mehr selbst schnell eingreifen. Dein Kind ist in diesen Momenten erstmals auf sich allein gestellt und sollte dem gewachsen sein.

Was muss ich beim Kauf von Fahrrad und Fahrradhelm beachten?

mytoys box.gifIst dein Kind bereit, sind die ersten Vorbereitungen, zu treffen. Zunächst benötigst du ein verkehrssicheres Fahrrad und natürlich auch einen Helm. Beim Fahrradkauf solltest du Größe und Beinlänge des Kindes messen. Die Größe dient in erster Linie nur der groben Orientierung. Entscheidend ist die Innenbeinlänge. Diese wird vom Boden bis zum Schritt des Kindes gemessen. Stelle dafür dein Kind an die Wand, damit es eine gerade Haltung einnimmt. Messe nun den Abstand vom Boden bis zum Schritt. Das ist die Mindesthöhe, die der Sattel, bei der niedrigsten Einstellung, erreichen muss. Nur so ist ein stabiler Stand auf dem Fahrrad Fahrrad garantiert. Das heißt, dein Kind muss, während es auf dem Sattel sitzt, mit den Füßen den Boden berühren. Beträgt die Schrittlänge 40 cm oder weniger ist der Griff zum Laufrad Laufrad klüger. Zwischen 40-44cm findet man die ersten 12 Zoll Fahrräder. Sobald du die Schrittlänge und Größe kennst, findest du im Internet etliche Größentabellen mit der entsprechenden Zoll-Angabe für das Fahrrad. Anfängerfahrräder sind meistens zwischen 12-16 Zoll.

Ansonsten lohnt sich ein Besuch beim örtlichen Fahrradhändler. Dort kann dein Kind in Ruhe probesitzen und verschiedene Fahrräder ausprobieren. Allgemein gilt, dass neue Fahrräder verkehrssicher sind, da diese normalerweise alle über Reflektoren/Katzenaugen, Schutzbleche und Licht verfügen. Kaufst du ein gebrauchtes Fahrrad, dann bringe es sicherheitshalber in die nächste Fahrradwerkstatt und lasse es durchchecken. Bei dem ersten Fahrrad ist ein gebrauchtes Fahrrad durchaus sinnvoll. Dabei kommt es nicht aufs Aussehen an, sondern auf Stabilität. Dein Kind wird oft damit umfallen, bis es den Dreh raushat. Stützräder für das Fahrrad sind nicht zu empfehlen. Dadurch verlängerst du ggf. nur den notwendigen Lernprozess. Aber das muss natürlich jeder für sich selbst bzw. für sein Kind einscheiden.

Der richtige Fahrradhelm:
Hast du ein Fahrrad gefunden, fehlt nur noch der Fahrradhelm Fahrradhelm. Bei dem Kauf des Fahrradhelms ist die Anwesenheit deines Kindes hilfreich, um mehrere Modelle auszuprobieren. Der Helm muss fest am Kopf sitzen. Dafür drehe das Feststellrad (hinten am Helm), bis der Helm nicht mehr verrutscht. Er sollte nicht drücken, aber auch nicht zu locker sein. Der Kinnriemen muss soweit verstellbar sein, dass dieser fest am Kinn sitzt. Als Maß sagt man, dass nur noch ein Finger dazwischen passen darf. Zum Schluss sollten die Seitenriemen, ein Dreieck um das Ohr deines Kindes bilden. Sind all diese Punkte erfüllt, passt der Helm. Als Nächstes ist zu beachten, dass der Helm geprüft, also das GS-Siegel trägt und ein Herstellungsdatum vermerkt ist. Das Datum ist wichtig, da ein Helm zwischen 3-5 Jahren ausgetauscht werden sollte. Grund dafür ist der Kunststoff, der mit der Zeit altert und an Stabilität verliert. Bei der Ausstattung des Helms solltest du schauen, dass für genug Belüftung gesorgt ist. Licht und/oder Reflektoren verstärken die Sicherheit deines Kindes. Es gibt auch Helme mit Regen-haube oder Ohrenschützern, die sind nicht zwingend notwendig und es liegt in deiner Entscheidung und deinem Budget, ob du diesen Zusatz möchtest.

Wie bringe ich meinem Kind Fahrradfahren bei?

christ box.jpgIst alles vorbereitet, beginnt das Lernen. Hier bist vor allem du gefragt. Zeigst du deine Aufregung und Unsicherheit, wird sich diese Gefühlsebene auf dein Kind spiegeln. Bleibe gelassen und vermittle deinem Kind Ruhe. Erkläre zunächst Treten und Lenken genauer, bevor es mit dem Fahren beginnt. Ihr könnt auch ein kleines Quiz veranstalten, so hat das Lernen ein spielerisches Flair und weckt mehr Interesse.

Ein guter Trick ist, dein Kind aufs Fahrrad zu setzen, es festzuhalten und leicht nach links und rechts zu kippen. Dein Kind merkt dadurch, ich werde festgehalten, auch wenn es wackelt. Je sicherer dein Kind sich fühlt, desto schneller lernt es. Achtung, halte nur dein Kind fest und nicht das Fahrrad. Hältst du das Fahrrad Fahrrad fest, lernt dein Kind das Ausbalancieren nicht und verlässt sich zu sehr auf dich. Klappt das Treten in die Pedalen und Gleichgewicht halten, kannst du mit leichten Kurven beginnen. Nach den Kurven übe das Bremsen, sie ist eine der wichtigsten Übungen. Auf- und Absteigen muss ebenso trainiert und geübt werden, so wie einhändig fahren. Hebe dir das Anfahren für den Schluss auf. Das gehört zu den schwersten Aufgaben beim Fahrradfahren. Am Anfang solltest du immer ein wenig Starthilfe leisten. Weitere Dinge, die geübt werden sollten, sind Spur halten, Engstellen durchfahren, auf plötzliche Überraschungen (wie Hunde und andere Radfahrer) reagieren, klingeln, sich umschauen und hintereinander herfahren.

Habe den Mut zwischendurch loszulassen. Bekommst du den Eindruck, dass dein Kind das Gleichgewicht halten kann und sicher auf dem Fahrrad sitzt, lass es kurz los. Feiert diesen Erfolg ausgiebig, wenn es auch nur ein kurzer Moment ist. Loben ist das Beste, was du machen kannst. Es motiviert und gibt deinem Kind Selbstsicherheit. Loben ist wichtiger und erfolgreicher als Belohnungen. Belohnungen motivieren auf eine ähnliche Weise, aber sie können dein Kind unter Druck setzen. Druck sollte vermieden werden, daher überlege dir genau, ob du mit Belohnungen anfangen möchtest. In dieser Vorgehensweise könnt ihr euch Stück für Stück herantasten.

Wo übe ich am besten das Fahrradfahren?

Am besten lernt es sich auf einem glatten Untergrund. Beton ist nicht schlimm und besser als unebene alternative Flächen. Außerdem sollte die Umgebung möglichst verkehrsfrei sein und wenig Ablenkungsmöglichkeiten bieten. Dafür eignen sich oft große Schulhöfe, Parkplätze oder Feldwege. Wichtig ist, dass dein Kind sich ohne plötzlich auftretende Hindernisse, ausprobieren kann. Ist dein Kind schon sehr sicher, können nun andere Untergründe ausprobiert werden, wie z.B. Wiese oder Schotterwege.

Fahre nicht zu früh mit deinem Kind auf den Straßen. Erst wenn es sicher bremsen, auf- und absteigen, klingeln, einhändig fahren und während des Fahrens auf Anweisungen reagieren kann. Erst dann ist es für den normalen Verkehrsalltag gewappnet. Zum Anfang eignen sich kleine Fahrradtouren durch Wald- und Feldwege, wo mit wenig bis gar keinem Auto zu rechnen ist.

Was gibt es noch zu beachten wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist?

mytoys box.gifDein Kind wird oft hinfallen, das ist kein Grund für ein Drama! Natürlich möchtest du nicht, dass dein Kind sich verletzt. Doch auch Fallen, will gelernt sein. Tröste dein Kind und erkläre ihm, dass jeder am Anfang hinfällt und allein das “Wieder-Aufstehen“ zählt. Doch wegen der Sturzgefahr empfiehlt es sich, lange Kleidung zu tragen. Um größere Schürfwunden oder Ähnliches zu vermeiden. Die Kleidung sollte dreckig werden, bzw. Löcher bekommen, dürfen.

Ist dein Kind sehr ängstlich, warte mit dem Loslassen. Manche Kinder brauchen länger, um ein Sicherheitsgefühl zu entwickeln. Erzielt dein Kind in den ersten 15-20 Minuten keinen Lernerfolg, solltest du das erste Üben beenden. Nach 20 Minuten nimmt die Konzentration ab und es ist schneller gefrustet. Frustaufkommen solltest du vermeiden. Viele Kinder geben durch Frust schnell auf oder verlieren dadurch ihre Lust. Ist dem so, benötigst du viel Geduld und dein Kind einen großen Schwung Motivation. Versuche die Übungszeiten möglichst regelmäßig einzuplanen. Sind die Zeitabstände zu groß, ist der Lernprozess weniger effektiv. Ein weiterer kleiner Trick sind Kinder, die bereits Fahrradfahren können. Lass sie mitfahren, das motiviert Kinder häufig am meisten.

Es kann auch sein, dass dein Kind noch nicht bereit ist. Das kommt vor und ist nicht schlimm. Wichtig ist, dass du deinem Kind deine Enttäuschung nicht zeigst oder ihm sogar Vorwürfe machst. Es wird selber traurig genug darüber sein. Ist dem so, dann schraube die Pedale des Fahrrads ab und benutze es erstmal als Laufrad. So kann sich dein Kind dennoch an das Fahrrad gewöhnen. Ein Schritt übergangsweise zurück zum Lauflernrad Lauflernrad ist ebenfalls kein Beinbruch, zumindest ist das unsere Erfahrung mit unserer großen Tochter. 🙂

Zuletzt solltest du ein Vorbild sein. Ab jetzt solltest auch du (sofern dies noch nicht der Fall sein sollte) einen Fahrradhelm tragen, auf die Verkehrsregeln achten und nicht rasen. Hältst du dich nicht daran, wird es dein Kind auch nicht.

Vielleicht hast du jetzt gemerkt, dass auch du dir keinen Druck machen musst. Jedes Kind braucht seine eigene Zeit und seinen eigenen Weg. Ihr müsst zu zweit euren gemeinsamen Weg finden und solltet euch nicht mit anderen vergleichen. Wichtig ist, dass ihr euch wohl und sicher fühlt. So werdet ihr schon bald eure erste kleine Fahrradtour zur nächsten Eisdiele erleben. Dann schmeckt das Eis sicher gleich noch viel besser. Auch z.B. Sonntags – die gemeinsame Fahrradfahrt zum Bäcker um frisch gebackene Brötchen zu holen – stärkt die Bindung und ist ein willkommenes Training um das Fahrradfahren und die damit verbundenen Fähigkeiten zu festigen und zu verbessern.

Zuletzt bearbeitet: 17. Oktober, 2019
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