Die Freude am Lesen entwickeln

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„Mir ist langweilig!“, murmelt das Kind, mit dem Kopf auf der Schulter des Elternteils, liegend. Nachdem man etliche Spielmöglichkeiten aufzählt, fällt einem ein, dass man als Kind selbst, viel gelesen hat und schlägt vor: „Lies doch ein Buch. Du hast doch von deiner Tante so ein schönes Buch geschenkt bekommen.“

„Ich habe keine Lust zu lesen.“ Sagt das Kind und schlürft unzufrieden ins Zimmer. Ähnliche Szenen wie diese, sind ihnen vielleicht bekannt. Dabei bringt Freude am Lesen Kindern viele Vorteile.

Inhaltsverzeichnis:

Kinder fördern durch lesen

mytoys box.gifIhre kognitiven Fähigkeiten werden gesteigert. Kinder lernen, Bilder zu den Gesagten oder gelesenen Worten, zu entwickeln. Sie müssen Zusammenhänge erschließen und sich konzentrieren. Auch die sozialen Kompetenzen werden gestärkt. So hat man herausgefunden, dass Menschen die Lesen (Kinder miteingeschlossen), mehr Empathie entwickeln. Dadurch, dass sie in den Büchern viele Charaktere kennen lernen, ihre Gedanken mitbekommen oder die Reaktion der anderen, lernen sie Emotionen, besser einzuschätzen.

Außer der bildenden Fähigkeit von Büchern hat Lesen einen weiteren Vorteil in der Schule und Arbeitswelt. Der Spruch: „Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.“, hat seine Berechtigung. Durch häufiges Lesen, wir die eigene Sprache geformt. Wer viel liest, erweitert seinen Wortschatz stetig, verbessert seinen Ausdruck und kann immer schwierigere Texte erfassen. Auch die Rechtschreibung profitiert vom Lesen. Selbst der Matheunterricht gestaltet sich einfacher. Denn schon ab der zweiten Klasse begegnen Schülern den Text- oder Sachaufgaben.

Wer schon mal in der Nachhilfe gearbeitet oder sonst irgendwie Nachhilfeunterricht gegeben hat, der wird wissen, oft scheitert das Bewältigen einer Aufgabe bereits an der Aufgabenstellung. Wer den Text der Sachaufgabe nicht erschließen kann, wird auch keine Rechnung dazu aufstellen können. Wer Texte versteht und Sprache anwenden kann, wird auch in der Berufswelt bessere Chancen haben.

Ein weiterer Punkt und in meinen Augen riesiger Vorteil, den ich an dieser Stelle benennen möchte, ist der aktive Stressabbau. Allein 15-30 min lesen am Tag, entspannt Körper und Geist und ähnelt in vielen Phasen einer Meditation. Der Grund ist einfach zu erklären. Der Körper arbeitet den ganzen Tag daran, viele Reize gleichzeitig aufzunehmen und zu filtern. Durch die Medien (die ja nicht zwangsläufig schlecht sein müssen!), wie Fernsehen, Spielkonsole, Handy oder auch Radio, bekommt man eine geballte Ladung an Informationen, die das Gehirn verarbeiten muss.

Nicht nur die Medien sind äußere Reize auch der Kontakt mit Lehrern im Unterricht, Freunde und Familie sind Reize, die verarbeitet werden müssen. Gerade Kindern fällt es noch schwerer all die Eindrücke, die man am Tag sammelt, zu filtern. Es handelt sich nicht grundsätzlich um schlechte Eindrücke. Hier soll nicht der Wert der Medien runtergeredet werden oder die Qualität des Unterrichtes in Frage gestellt werden! Es geht darum, dass Lesen Körper und Geist eine Auszeit von Reizströmungen einräumt. Denn in der Zeit des Lesens gibt es nur die innere Stimme, die den Text liest. Außenreize werden ausgeblendet und durch eine angenehme Körperhaltung entspannt sich der Körper. Alles in allem, kann ihr Kind nur profitieren.

Buchempfehlungen für Kinder bis 3 Jahre

Im besten Fall beginnen sie so früh wie möglich mit ihrem Kind, Freude an Büchern zu entwickeln. Denn es gibt bereits großartige Bücher für Kinder unter drei Jahren. Beliebt sind Fühlbücher oder Bücher, die auch in den Mund genommen werden können. Manche haben eine kleine Handpuppe integriert, die man beim Vorlesen mitbewegen kann. Üben sie nicht nur Wörter mit dem Kind, sondern erzählen sie ruhig drei bis vier Sätze zu jeder Seite oder Bild, so kann sich ihr Kind bereits in jungen Jahren an das Zuhören gewöhnen.

Meine Buchempfehlungen für diese Alterskategorie bis 3 wären:

Buchempfehlungen für Kinder bis 5 Jahre

Spätestens im Kindergartenalter, von drei bis fünf Jahren, entwickelt sich der Wortschatz und die Kinder werden wissbegieriger. In diesem Alter kann die Freude an Büchern gut gefördert werden. Besonders kurze Geschichten mit Tieren sind in dieser Altersspanne, beliebt.

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Auch Geschichten über Alltagssituationen werden gern gehört. Bücher mit Themen wie: Auf Klogehen (wie der Klokönig), die Liebe von Mama und Papa (mein persönlicher Favorit ist: Ich hab dich lieb, Papa von David Bedford) oder vom Bocken (wie bei Achtung, die Motz-Monster kommen! Von Susan Niessen und Betina Gotzen-Beek), helfen den Kindern, sich mit den Büchern zu identifizieren und Alltagssituationen besser einzuordnen. Sie können ein Gespräch über schwierige Situationen eröffnen oder bieten die Möglichkeit von eigenen Erfahrungen zu berichten.

Buchempfehlungen für diese Alterskategorie 3 bis 5 wären:

Buchempfehlungen für Kinder zwischen 6 und 8

Mit sechs Jahren beginnt für die meisten Kinder die Schule. Es ist eine aufregende Zeit und die Erwachsenen beginnen vom Lesenlernen zu reden. Im Alter von sechs bis acht Jahren, lernen Kinder, selbst zu lesen. Dabei hat jedes Kind sein eigenes Lerntempo. Gerade als Leseanfänger sind ganze Bücher, wie die kleine Hexe (sehr beliebt), noch nicht dran. Es empfiehlt sich, Bücher mit mehreren kurzen Geschichten zu lesen. Silbenbuchgeschichten, Bild-Wörter-Geschichten oder Bücher, die man gemeinsam lesen kann (eine Seite mit großer Schrift für das Kind, eine Seite mit mehr Text für den Erwachsenen), sind geeignet, um sich an das Lesen zu gewöhnen. In diesem Alter entwickeln Kinder ihren eigenen Lesegeschmack. Das heißt, auch Comics oder Magazine, können das Leseinteresse wecken. Manche Kinder bevorzugen Sachbücher, andere Pferdegeschichten und die nächsten Superheldengeschichten. Versuchen sie mit ihrem Kind die Interessen zu finden, um den Spaß am Lesen zu steigern und/oder zu behalten.

Weitere Buchempfehlungen für Kinder von 6 bis 8 wären:

Buchempfehlungen für Kinder zwischen 9 und 11

Im Alter von neun bis elf Jahren, rückt das soziale Umfeld und Hobbys in den Vordergrund. Ihr Kind möchte selbständiger werden und Familie ist nicht mehr der einzige Anker. Daher spielen Themen, wie Freunde, Hobbys oder Schule in der Bücherwahl eine große Rolle. Während manche sich in Sportzeitschriften verlieren, beginnen andere die ersten „dicken Schinken“ zu lesen. Mehrteiler können jetzt interessant werden. Besonders beliebt sind Mehrteiler wie Harry Potter von J.K. Rowling oder die Silbertrilogie von Kerstin Gier.

Buchempfehlungen dieser Alterskategorie bis 11 Jahre wären (Es gibt mehrere Bände, der aufgelisteten Bücher):

Ein paar Tipps um die Freude am Lesen bei Ihrem Kind zu fördern

Doch mit der richtigen Buchwahl ist es nicht getan. Was, wenn das Kind gar kein Buch anrühren will. Hier sind einige Tipps, die die Freude am Lesen wecken können.

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  1. Leserituale
    Finden sie am Tag eine gemeinsame Lesezeit. Anfangs können sie eine Geschichte vorlesen. Später könnten sie gemeinsam Lesen oder ihr Kind liest ihnen gemeinsam die Geschichte vor. Durch das gemeinsame Lesen wird Lesen automatisch mit Geborgenheit in Verbindung gebracht. Dinge, die wir mit etwas positiven assoziieren, begegnen wir offener.
  2. Die persönliche Bücherei
    Wenn es in ihrer Wohnung überall Stellen gibt, an denen Bücher liegen, wird ihr Kind neugierig werden. Wenn es Stellen gibt, an denen es selbst rankommt, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass es sich selbst eins schnappt und anfängt zu blättern.
  3. Ein Leseplatz
    Sie können im Kinderzimmer oder in ihrer Wohnung einen Leseplatz gestalten. So wird ihrem Kind deutlich, dass Lesen etwas Besonderes ist, wenn es einen extra Platz dafür bekommt. Wenn die Leseecke zu dem kuschelig ist, bekommt ihr Kind einen tollen Rückzugsort.
  4. Vorbild sein
    Lesen sie vor ihrem Kind ein Buch. Zeigen sie ihrem Kind, dass sie Spaß am Lesen haben. So findet es schneller eine Verbindung zu Büchern.
  5. Über Bücher sprechen
    Sprechen sie mit ihrem Kind über das Gelesene. Das weckt Interesse und kann die Begeisterung am Lesen steigern.
  6. Spannung beim Vorlesen
    Wenn sie eine Geschichte vorlesen, versuchen sie Spannungsmomente zu erzeugen. Dies gelingt ihnen, in dem sie mit der Lautstärke spielen oder längere Pausen einbauen.
  7. Loben
    Zeigen sie ihrem Kind Anerkennung, wenn es die erste Geschichte alleine gelesen hat oder das erste Buch.
  8. Lesen, was man möchte
    Wie bereits erwähnt entwickeln Kinder schnell ihren eigenen Geschmack. Auch in Comicheften oder Zeitschriften sind genug Buchstaben zum Lesen. Übrigens gibt es tolle Leseapps oder interaktive E-Books, die für Kinder reizvoll sein können. Alles, was ihr Kind dazu bewegt zu lesen, ist erlaubt!
  9. Lesezeichen
    Basteln sie gemeinsam ein Lesezeichen. Vielleicht mit dem Namen drauf oder einem Helden, den es mag.
  10. Punktespiel
    Sie können aus dem Leseprozess ein Punktespiel machen. So gibt es, z.B. nach fünf Minuten einen Punkt, nach zehn Minuten zwei Punkte, usw. Hat ihr Kind eine bestimmte Anzahl geschafft, gehen sie gemeinsam Eis essen oder ins Schwimmbad. Ihrer Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt.
  11. Vorlesen lassen
    Egal wo sie sind, bauen sie das Lesen in den Alltag ein. Das Kind kann mal ein Kochrezept vorlesen oder das Straßenschild. Gerade in Zoos oder Museen ist das Vorlesen eine tolle Möglichkeit, über das Gesehene, mehr zu erfahren und drüber reden zu können.

Das sind sicherlich nicht alle Möglichkeiten, die ihrem Kind die Freude am Lesen schenken. Zu dem ist jedes Kind anders und springt auf unterschiedliche Methoden an oder eben nicht. Lassen sie sich nicht entmutigen, wenn ein Trick nicht funktioniert oder das gekaufte Buch, sich als das Falsche herausstellt.

Die Freude am Lesen zu entwickeln, ist ein Prozess, der nicht von jetzt auf gleich funktioniert. Lassen sie sich und ihrem Kind, die Zeit, die es benötigt. Wenn Sie die Freude entdeckt haben, dann wünsche ich Ihnen viel Spaß in den tausenden Welten, die sie nun erkunden dürfen.

Zuletzt bearbeitet: 27. Dezember, 2019
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